Inside the creative mind of — Sarah Gottschalk
Die in Berlin lebende Journalistin, Kreativberaterin und Interior-Enthusiastin Sarah Gottschalk öffnet die Türen zu ihrer farbenfrohen Wohnung in Kreuzberg – einem lebendigen Ort, an dem Nostalgie, Intuition und Vorstellungskraft aufeinandertreffen. Lies weiter und wirf einen Blick in die kreative Gedankenwelt von Sarah Gottschalk.
Ein Leben in Bewegung – ein Zuhause im Wandel
Sarah Gottschalk ist 37 Jahre alt und lebt mit ihren beiden Kindern, neun und fünf Jahre alt, in Berlin. Nach ihrem Journalismusstudium gründete sie gemeinsam mit ihrer besten Freundin Nike van Dinther das erfolgreiche Online-Magazin 'This is Jane Wayne'. Heute hat sich ihr kreativer Fokus verlagert: Sie schreibt einen beliebten Newsletter, kuratiert Inhalte auf Instagram und arbeitet als Beraterin für verschiedene Unternehmen. Während Mode früher ihre zentrale Leidenschaft war, hat sich ihr Interesse ganz natürlich in Richtung Interior, Architektur und Design entwickelt.
Sie lebt im Herzen von Kreuzberg, einem der multikulturellsten und kreativsten Stadtteile Berlins. Ihr Zuhause ist eine 120 Quadratmeter große Altbauwohnung, die sie und ihre Familie vor viereinhalb Jahren gekauft haben. Mit hohen Decken, klassischen Dielenböden und kunstvollen Stuckdetails verzauberte sie sie auf Anhieb – und wurde seither zu ihrem größten, fortlaufenden Projekt. Im Laufe der Jahre wurden Wände entfernt, Türen geschlossen und selbst der Flur in einen neuen Raum verwandelt. Für Sarah liegt gerade in dieser ständigen Veränderung die Bedeutung des Raums. Die Wohnung, so sagt sie selbst, wird niemals wirklich fertig sein – und genau das ist der Punkt.
Farbe als Emotion – Farbe als Sprache
Schon in jungen Jahren hatte Sarah ein lebendiges Verhältnis zu Farben. Ihr Kinderzimmer war bunt und voller Leben – und diese ästhetische Sprache begleitet sie bis heute. Heute geht sie mit Farben bewusster und feiner um: intuitiv, aber durchdacht. Sie hat ein Gespür dafür entwickelt, was zusammenpasst und welche Emotionen bestimmte Farbkombinationen hervorrufen. Das Arbeiten von zu Hause hat ihr zusätzlich vor Augen geführt, wie stark Farben ihre Umgebung beeinflussen. In ihrer jetzigen Wohnung sind die Wände weiterhin farbig – allerdings mit einem dezenteren Ausdruck – während Accessoires und Möbel nach wie vor mit kräftigeren Tönen spielen.
Auch beruflich spielen Farben eine zentrale Rolle. Ob beim Schreiben von Trendanalysen für Kund:innen oder bei der Auswahl ihres täglichen Outfits – Sarah setzt Farben ganz bewusst ein. Kürzlich hat sie ihr Wohnzimmer neugestaltet: Die weißen Wände ließen den Raum trotz farbiger Möbel chaotisch wirken. Mit gestreifter Tapete und rot gestrichener Decke wirkt der Raum jetzt geerdet. Sie entfernte Elemente, die nicht mehr passten, und verwandelte das Zimmer in einen Ort, der sowohl lebendig als auch ruhig ist – die perfekte Kulisse für Arbeit und Familienleben.
Mein Zuhause ist ein Spiegel all der Dinge, die ich liebe – und all der Dinge, die ich noch entdecke.
Ein Zuhause, das in Schichten spricht
Wenn Sarah ihr Zuhause beschreibt, verwendet sie Worte wie warm, einladend, gemütlich und voller Schätze. Es gibt eine Harmonie in der Art und Weise, wie die Dinge zusammenkommen – selbst dann, wenn sie überraschen. Die Wohnung folgt keinem festen Thema oder einer strengen Ästhetik; vielmehr ist sie eine Leinwand für ihre persönliche Handschrift. Für Sarah ist Inspiration etwas Fließendes, sich ständig Veränderndes. Instagram ist eine ständige Quelle der Entdeckung – von Farbkonzepten bis hin zu visuellen Trends – und auch Reisen, Kunst und sogar politische Bewegungen prägen ihre gestalterische Sichtweise. Eine kürzliche Reise nach Südtirol hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen, und auch Besuche in Kopenhagen inspirieren sie immer wieder – eine Stadt, die sie als unendlich schön und voller Möglichkeiten beschreibt.
Einen festen Plan oder eine klare Blaupause für ihren Einrichtungsstil gibt es nicht. Stattdessen lebt sie kreative Freiheit und Experimentierfreude. Während manche Räume neutraler gehalten sind und andere ausdrucksstärker wirken, spiegelt jeder Bereich eine andere Facette ihrer Identität wider. Der rote Faden, der alles verbindet, ist emotionale Ehrlichkeit: Alles, was sie in ihr Zuhause bringt, entspringt dem, was sie liebt, was sie anzieht – und wonach sie sich sehnt.
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Sarahs individuell gestaltetes Montana System
Sarah hat nicht nur ein Zuhause geschaffen, sondern einen Spielplatz für Ideen, Stimmungen und Kreativität. Mit ihrem Montana System hat sie die Farben Vanilla, Ruby, Azure, Amber und Rhubarb zusammengestellt.
Die Top 3 von Sarah
Bei der Farbwahl verlässt sich Sarah auf ihre Intuition – aber auch auf einen tiefen Schatz an gelerntem Wissen und visueller Erinnerung. Ihre Entscheidungen entstehen oft unbewusst, sind jedoch in Erfahrung verankert. Ein aktuelles Beispiel ist die Entscheidung, den Balkon mit blauem Ornamentfliesen im Stil des Jahrhundertwechsels zu gestalten – eine Reaktion auf ihre neu entdeckte Sehnsucht nach der Farbe Blau, die bisher in ihrem Zuhause gefehlt hatte. Für sie geht es bei Farbentscheidungen nicht um Regeln, sondern um Resonanz.
Auf die Frage, welche drei Farben aus der Montana-Palette sie am besten repräsentieren, nennt Sarah Vanilla, Azure und Balsamic. Vanilla spiegelt ihre derzeitige Vorliebe für buttrige Töne wider – weich, beruhigend und voller Wärme. Azure ruft alles hervor, von Optimismus über Sommerhimmel bis hin zum Meer – Symbole für Ruhe, Hoffnung und Freude. Balsamic, ein sattes, erdiges Braun, verbindet sich mit ihrer Liebe zur Natur, zu Schokolade und allem Gemütlichen. Zusammen drücken diese Farbtöne eine perfekte Balance aus Helligkeit, Ruhe und Tiefe aus.
Ich glaube, dass Farben Menschen glücklich machen, und wenn sie sich bisher noch nicht getraut haben, Farbe zu verwenden, dann macht es vielleicht Sinn, klein mit Farbakzenten zu beginnen.
Less is never a bore
Panton Wire ist das ultimative Ausstellungsregal – entworfen von Verner Panton im Jahr 1971. Sarahs Variante ist die chromfarbene Version, steht unter dem Fernseher in ihrem Wohnzimmer und hat Abdeckplatten oben, damit es all ihre Lieblingsstücke tragen kann.
Sarahs Tipp – Sei mutig mit Farben
Wenn es um Ratschläge für Menschen geht, die sich noch nicht trauen, Farbe in ihrem Zuhause einzusetzen, ist Sarah klar und ehrlich. Nicht jeder müsse in einem farbenfrohen Raum leben, sagt sie – aber wenn Interesse besteht, lohnt es sich, es auszuprobieren. Eine knallrote Kommode beispielsweise kann mit der Zeit überwältigend wirken und vielleicht ausgetauscht werden müssen – aber sie wird nie irrelevant oder langweilig. Eine weiße Kommode dagegen, neutral und sicher, könnte irgendwann in Vergessenheit geraten oder ganz weggeworfen werden.
Für Einsteiger empfiehlt sie, klein anzufangen: eine bunte Vase, leuchtende Blumen oder Akzentstücke, die langsam Vertrauen schaffen. Sich von visueller Inspiration umgeben zu lassen, hilft ebenfalls – aber das Wichtigste ist zu verstehen, dass Farbe nichts mit Richtigkeit zu tun hat. Es geht darum, was dich emotional berührt.
Sarah hält die Vorstellung, neutrale Wohnungen seien zeitloser, für ein Missverständnis. Weiß-auf-Weiß-Räume mögen zwar eine sichere Wahl sein, laufen aber Gefahr, austauschbar zu werden. Farbe hingegen trägt Seele, Erinnerung und Bedeutung – und wenn sie bedacht eingesetzt wird, kann sie dauerhafte Freude schenken.
Sarah lebt für ein Design, das sich entwickelt und atmet
Ihr Zuhause ist nicht nur ein Spiegelbild ihrer Kreativität – es ist ein lebendiges Moodboard all dessen, was ihr wichtig ist: Neugier, Emotion und eine unerschütterliche Liebe zu Farben.
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